Neue Ergebnisse in der Alzheimerforschung

Die Zahl der an Alzheimer erkrankten Menschen wird immer grösser. Bei der Erforschung möglicher Auslöser und einer eventuell möglichen Vorbeugung tappt die Wissenschaft allerdings noch immer weitgehend im Dunkeln.

Alu

Ein möglicher Auslöser für Alzheimer ist Aluminium

Bereits in den 80er Jahren wiesen Wissenschaftler in von Alzheimer zerstörten Gehirnregionen eine auffallende Anreicherung von Aluminium nach, auch stiessen sie auf eine hohe Anzahl von Ferritin-Molekülen in den betroffenen Nervenzellen. Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das für den Eisenhaushalt im Körper verantwortlich ist. Es ist in der Lage Eisenatome zu speichern und bei Bedarf an Körperzellen abzugeben. Eine nun vor kurzem von italienischen Biochemikern veröffentlichte Studie, erhärtet diese schon früher aufgestellte These, wonach im Gehirn angereichertes Aluminium ein Auslöser für Alzheimer sein könnte. In einer bereits zuvor durchgeführten Forschungsreihe, kamen die italienischen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Ferritin-Moleküle ausser Eisen auch andere Metallatome aufzunehmen in der Lage sind.

Stark erhöhter Anteil an Aluminiumatomen

In der jetzt publizierten Untersuchung zählten die Forscher mithilfe der Massenspektroskopie die Anzahl der von den Ferritin-Molekülen aufgenommenen Metallatomen. Dabei stellten sie bei Alzheimer-Patienten eine um durchschnittlich siebenmal höhere Anreicherung von Aluminiumatomen in einem Ferritin-Molekül fest, als wie bei gesunden Menschen. Mit 62 Prozent lag der Anteil der Aluminiumatome, gemessen an allen Metallatomen, bei erkrankten Personen sogar fast doppelt so hoch, wie der Anteil der Eisenatome. Bei der nicht erkrankten Kontrollgruppe zeigte sich genau der gegenteilige Effekt, wenige Aluminiumatome, viele Eisenatome. Den italienischen Wissenschaftlern erscheint es möglich, dass es den hoch mit Aluminiumatomen angereicherten Ferritin-Molekülen gelingt, bis ins Gehirn vozudringen und dort an den Nervenzellen anzudocken. Aluminiumatome bewirken bei Nervenzellen und Gliazellen (Zellgewebe, das die Räume zwischen Nervenzellen und Blutgefässen füllt) eine Degeneration und zerstört sie, dies wurde in Labortests bereits nachgewiesen.

Ansatzpunkt für neue Forschungen

Die jetzt vorgelegten Studienergebnisse dienten allerdings nur zur Festellung der Anzahl der Aluminiumatome im Gehirn der an Alzheimer erkrankten Personen, nicht dem Zusammenhang dieser Tatsache und der Krankheit Alzheimer, und kann somit nicht als ein Beleg dafür herangezogen werden. Das Ergebnis der Untersuchungen bietet allerdings eine gute Ausgansposition für weiterführende Forschungen.

Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de